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Gewerbemietvertrag Kündigungsfrist Rechner
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Ein Datum genügt: wann die Kündigung beim Vertragspartner eingeht.
Quartals-Stichtage im Überblick
| Spätester Kündigungseingang (3. Werktag) | Wirksamkeit zum (Vertragsende) | Vorlaufzeit |
|---|---|---|
| 3. Werktag im Januar | 30. Juni | ca. 6 Monate |
| 3. Werktag im April | 30. September | ca. 6 Monate |
| 3. Werktag im Juli | 31. Dezember | ca. 6 Monate |
| 3. Werktag im Oktober | 31. März (Folgejahr) | ca. 6 Monate |
Geht die Kündigung erst nach dem 3. Werktag zu, verschiebt sich das Vertragsende um ein Quartal — bis zu ca. 9 Monate Vorlauf (Beispiel: Zugang am 15. Januar → Vertragsende 30. September).
Kündigungsfrist im Gewerbemietvertrag: die gesetzliche Regel
Kurz gesagt: Die gesetzliche Kündigungsfrist im Gewerbemietvertrag beträgt je nach Zugangsdatum etwa sechs bis neun Monate zum Quartalsende. Bei Geschäftsräumen zählt nicht der Monat, sondern das Kalendervierteljahr: Geht Ihre Kündigung spätestens am 3. Werktag eines Quartals beim Vertragspartner zu, wirkt sie zum Ende des nächsten Quartals. Verpassen Sie diesen Stichtag, verschiebt sich der Termin um ein komplettes weiteres Quartal. Anders als bei Wohnraum gilt diese Frist symmetrisch für Vermieter und Mieter.
Warum meist Ihr Vertrag entscheidet, nicht das Gesetz
§ 580a Abs. 2 BGB ist dispositives Recht und greift nur als gesetzlicher Auffangfall. Gewerbemietverträge sind in der Praxis ganz überwiegend Individualverträge mit eigener Laufzeit, Verlängerungsoptionen und einer eigenen Kündigungsfrist-Klausel — und diese vertraglichen Regelungen gehen der gesetzlichen Frist vor. Es gibt bei Gewerberaum zudem keinen gesetzlichen Kündigungsschutz wie bei Wohnraum (keine Sozialklausel, kein Widerspruchsrecht). Prüfen Sie deshalb zuerst Ihren Vertrag — dieser Rechner zeigt Ihnen nur, welche Frist gilt, wenn der Vertrag dazu nichts sagt oder sich in ein unbefristetes Mietverhältnis umgewandelt hat (§ 545 BGB).
Befristeter oder unbefristeter Gewerbemietvertrag?
Ein befristeter Vertrag endet mit Ablauf der Laufzeit und ist ordentlich nur kündbar, wenn er das ausdrücklich vorsieht. Die Quartalsfrist im Rechner gilt für unbefristete Verträge. Seit dem 1. Januar 2025 genügt für Gewerbemietverträge mit mehr als einem Jahr Laufzeit die Textform; fehlt auch sie, gilt der Vertrag als unbefristet und ist mit der gesetzlichen Frist kündbar (§ 578 Abs. 1 Satz 2, § 550 BGB). Den Gesetzestext finden Sie bei gesetze-im-internet.de (§ 580a BGB).
Häufige Fragen
Wie lang ist die Kündigungsfrist im Gewerbemietvertrag?
Gesetzlich (§ 580a Abs. 2 BGB) gilt eine Frist von rund sechs bis neun Monaten zum Quartalsende: Geht die Kündigung spätestens am 3. Werktag eines Quartals zu, endet der Vertrag zum Ende des nächsten Quartals, sonst zum Ende des übernächsten. Steht in Ihrem Gewerbemietvertrag eine andere Frist, gilt diese.
Kann ich einen befristeten Gewerbemietvertrag ordentlich kündigen?
Grundsätzlich nein: Ein befristeter Mietvertrag endet mit Ablauf der vereinbarten Laufzeit (§ 542 Abs. 2 BGB). Eine ordentliche Kündigung ist nur möglich, wenn der Vertrag sie ausdrücklich vorsieht. Eine außerordentliche Kündigung setzt einen wichtigen Grund voraus (§ 543 BGB) — diese wird von diesem Rechner nicht abgebildet.
Zählt der Samstag bei der 3-Werktage-Regel mit?
Ja, der Samstag zählt als Werktag (BGH zur gleichlautenden Wohnraumregel in § 573c BGB). Sonntage und gesetzliche Feiertage zählen nicht. Fällt der 3. Werktag selbst auf einen Samstag, ist offen, ob § 193 BGB die Frist bis Montag verlängert — planen Sie sicherheitshalber mit dem Samstag. Der Rechner berücksichtigt die bundesweit einheitlichen Feiertage; landesspezifische Feiertage können den 3. Werktag in einzelnen Bundesländern um einen Tag verschieben.
Gilt die 3-Werktage-Regel auch für Gewerbemietverträge?
Der 3. Werktag ist auch hier der Stichtag, aber er bezieht sich auf das Kalendervierteljahr statt auf den Monat (§ 580a Abs. 2 BGB): Geht die Kündigung spätestens am 3. Werktag eines Quartals zu, wird sie zum Ende des nächsten Quartals wirksam. Geht sie später zu, verschiebt sich alles um ein Quartal — zum Ende des übernächsten Quartals.
Warum ist die Kündigungsfrist bei Gewerberaum so viel länger als bei einer Wohnung?
Weil das Gesetz bei Geschäftsräumen von mindestens sechs bis zu neun Monaten Vorlauf zum Quartalsende ausgeht statt drei Monaten zum Monatsende bei Wohnraum. Der Gesetzgeber unterstellt, dass Unternehmen mehr Zeit für Standortsuche, Umzug und Kundenkommunikation brauchen — dafür gibt es im Gegenzug keine gestaffelten, wohndauerabhängigen Fristen wie beim Vermieter einer Wohnung.
Kann im Gewerbemietvertrag eine andere Frist vereinbart werden?
Ja, und das ist in der Praxis fast immer der Fall. § 580a BGB ist dispositives Recht — die meisten Gewerbemietverträge regeln Laufzeit, Verlängerungsoptionen und Kündigungsfristen individuell, und diese vertraglichen Regelungen gehen der gesetzlichen Frist vor. Dieser Rechner zeigt den gesetzlichen Auffangfall, der nur greift, wenn Ihr Vertrag dazu schweigt oder sich in ein unbefristetes Mietverhältnis umgewandelt hat.
Gilt diese Frist für Vermieter und Mieter gleichermaßen?
Ja — anders als bei Wohnraum, wo sich die Frist des Vermieters mit der Wohndauer verlängert (§ 573c BGB), gilt die Quartalsfrist nach § 580a Abs. 2 BGB grundsätzlich symmetrisch für beide Vertragsparteien, sofern der Vertrag nichts anderes bestimmt.
Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr; Rechtsstand Oktober 2026.
Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · Redaktion: Muhammad Arslan Bashir