Gewerbemietvertrag: Kündigungsfrist berechnen
Ermitteln Sie den gesetzlich frühestmöglichen Kündigungstermin für Ihren Gewerbemietvertrag (Laden, Büro, Praxis, Lager) nach § 580a Abs. 2 BGB — inklusive korrekter Berücksichtigung von Wochenenden und gesetzlichen Feiertagen bei der Quartals-Stichtagsregel.
Die Quartalsfrist nach § 580a Abs. 2 BGB einfach erklärt
Bei Geschäftsräumen zählt nicht der Monat, sondern das Kalendervierteljahr: Geht Ihre Kündigung spätestens am 3. Werktag eines Quartals beim Vertragspartner zu, wirkt sie zum Ende des nächsten Quartals — macht je nach Zugangsdatum gut sechs Monate Vorlauf. Verpassen Sie diesen Stichtag, verschiebt sich der Termin um ein komplettes weiteres Quartal, also auf bis zu neun Monate. Anders als bei Wohnraum gilt diese Frist symmetrisch für Vermieter und Mieter.
Warum meist Ihr Vertrag entscheidet, nicht das Gesetz
§ 580a Abs. 2 BGB ist dispositives Recht und greift nur als gesetzlicher Auffangfall. Gewerbemietverträge sind in der Praxis ganz überwiegend Individualverträge mit eigener Laufzeit, Verlängerungsoptionen und einer eigenen Kündigungsfrist-Klausel — und diese vertraglichen Regelungen gehen der gesetzlichen Frist vor. Es gibt bei Gewerberaum zudem keinen gesetzlichen Kündigungsschutz wie bei Wohnraum (keine Sozialklausel, kein Widerspruchsrecht). Prüfen Sie deshalb zuerst Ihren Vertrag — dieser Rechner zeigt Ihnen nur, welche Frist gilt, wenn der Vertrag dazu nichts sagt oder sich in ein unbefristetes Mietverhältnis umgewandelt hat (§ 545 BGB).
Häufige Fragen
Gilt die 3-Werktage-Regel auch für Gewerbemietverträge?
Der 3. Werktag ist auch hier der Stichtag, aber er bezieht sich auf das Kalendervierteljahr statt auf den Monat (§ 580a Abs. 2 BGB): Geht die Kündigung spätestens am 3. Werktag eines Quartals zu, wird sie zum Ende des nächsten Quartals wirksam. Geht sie später zu, verschiebt sich alles um ein Quartal — zum Ende des übernächsten Quartals.
Warum ist die Kündigungsfrist bei Gewerberaum so viel länger als bei einer Wohnung?
Weil das Gesetz bei Geschäftsräumen von mindestens sechs bis zu neun Monaten Vorlauf zum Quartalsende ausgeht statt drei Monaten zum Monatsende bei Wohnraum. Der Gesetzgeber unterstellt, dass Unternehmen mehr Zeit für Standortsuche, Umzug und Kundenkommunikation brauchen — dafür gibt es im Gegenzug keine gestaffelten, wohndauerabhängigen Fristen wie beim Vermieter einer Wohnung.
Kann im Gewerbemietvertrag eine andere Frist vereinbart werden?
Ja, und das ist in der Praxis fast immer der Fall. § 580a BGB ist dispositives Recht — die meisten Gewerbemietverträge regeln Laufzeit, Verlängerungsoptionen und Kündigungsfristen individuell, und diese vertraglichen Regelungen gehen der gesetzlichen Frist vor. Dieser Rechner zeigt den gesetzlichen Auffangfall, der nur greift, wenn Ihr Vertrag dazu schweigt oder sich in ein unbefristetes Mietverhältnis umgewandelt hat.
Gilt diese Frist für Vermieter und Mieter gleichermaßen?
Ja — anders als bei Wohnraum, wo sich die Frist des Vermieters mit der Wohndauer verlängert (§ 573c BGB), gilt die Quartalsfrist nach § 580a Abs. 2 BGB grundsätzlich symmetrisch für beide Vertragsparteien, sofern der Vertrag nichts anderes bestimmt.