Ratgeber · 03.10.2026

Stundenlohn berechnen: Formel und Rechner für Monatslohn

Stundenlohn berechnen: Bruttomonatslohn ÷ (Wochenstunden × 4,33). Mit Beispielen, Mindestlohn-Check (13,90 €) und kostenlosem Rechner ohne Anmeldung.

Im Arbeitsvertrag steht ein Monatsgehalt, doch beim Vergleich von Jobangeboten, bei Überstunden oder beim Mindestlohn zählt der Preis pro Stunde. Wer seinen Stundenlohn berechnen will, stolpert schnell über die Frage, mit wie vielen Wochen pro Monat man eigentlich rechnet. Ein falscher Wert verschiebt das Ergebnis um mehrere Euro.

Die Kurzantwort: Brutto-Monatsgehalt geteilt durch (Wochenstunden × 13,0) ergibt den Stundenlohn. Dabei steht 13,0 für die gerundeten Wochen pro Monat (52 Wochen geteilt durch 12 Monate sind genau 4,33, bei drei Monaten also rund 13 Wochen). Bei 40 Wochenstunden und 3.000 Euro brutto sind das etwa 17,31 Euro pro Stunde. Umgekehrt multiplizieren Sie den Stundenlohn mit Wochenstunden und 4,33, um den Monatslohn zu erhalten.

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen die Formel Schritt für Schritt, rechnen Beispiele durch und erklären, worauf Sie bei Teilzeit und Mindestlohn achten müssen. Unseren kostenlosen Stundenlohn-Rechner können Sie direkt nutzen, ohne Registrierung. Die Berechnung läuft in Ihrem Browser, Ihre Daten bleiben bei Ihnen.

Warum der Stundenlohn mehr verrät als das Monatsgehalt

Ein Monatsgehalt zeigt nur, was am Monatsende auf der Abrechnung steht. Wie viel Zeit du dafür einsetzt, verrät es nicht. Erst der Brutto-Stundenlohn macht Jobangebote, Überstunden und Mindestlohn direkt vergleichbar.

Taschenrechner, Armbanduhr, Münzstapel und Kalender liegen auf einem Schreibtisch.

Jobangebote fair vergleichen

Zwei Angebote mit unterschiedlicher Wochenarbeitszeit lassen sich nach dem Monatsgehalt kaum beurteilen. Die Tabelle rechnet mit 4,33 Wochen pro Monat und zeigt, wie sich das Bild dreht:

Angebot Brutto pro Monat Wochenstunden Stundenlohn brutto
A 3.200 € 40 ca. 18,48 €
B 2.900 € 36 ca. 18,60 €

Angebot B zahlt 300 Euro weniger im Monat, bezahlt dich aber pro Stunde besser. Dazu kommen vier freie Stunden pro Woche. Wer den Stundenlohn berechnen will, bevor er unterschreibt, trifft die bessere Entscheidung.

Das Monatsgehalt zeigt, was du bekommst. Der Stundenlohn zeigt, was deine Arbeitszeit wert ist.

Überstunden und Mindestlohn prüfen

Auch bei der Vergütung von Überstunden hilft die Stundenrechnung. Dein Vertrag sieht 40 Stunden vor, du arbeitest aber regelmäßig 45? Bei 3.000 Euro brutto sinkt dein tatsächlicher Stundenlohn von 17,32 auf etwa 15,40 Euro, obwohl das Gehalt gleich bleibt. Ohne diese Rechnung fällt das kaum auf.

Besonders wichtig ist der Blick auf den Mindestlohn. Er gilt pro Stunde und nicht pro Monat, aktuell sind es 13,90 Euro brutto. Liegt dein rechnerischer Stundenlohn darunter, weil Mehrarbeit nicht ausgeglichen wird, kann das ein Verstoß sein. Ob das bei dir zutrifft, klärst du mit den nächsten Schritten.

Schritt 1. Bruttomonatslohn und Wochenstunden ermitteln

Bevor du deinen Stundenlohn berechnen kannst, brauchst du zwei Zahlen aus deinen Unterlagen. Beide findest du in wenigen Minuten.

Das Bruttogehalt finden

Entscheidend ist der Betrag vor Abzügen, nicht das Netto. Du findest ihn an diesen Stellen:

  • Arbeitsvertrag: das vereinbarte Bruttogehalt pro Monat
  • Gehaltsabrechnung: die Zeile "Gesamt-Brutto"

Schwankt dein Gehalt durch Zuschläge oder Provisionen, nimmst du den Durchschnitt der letzten drei Monate. Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld lässt du heraus, sonst fällt dein Stundenlohn zu hoch aus.

Die Wochenstunden klären

Maßgeblich sind die vertraglich vereinbarten Wochenstunden. Bei Teilzeit sind das zum Beispiel 30 statt 40. Unbezahlte Pausen zählen nicht mit.

Rechne mit bezahlter Arbeitszeit, nicht mit der Zeit im Büro.

Arbeitest du regelmäßig mehr, rechnest du zusätzlich mit den tatsächlichen Stunden. So siehst du, was deine Zeit wirklich bringt, und kannst beide Werte im nächsten Schritt gegenüberstellen.

Schritt 2. Stundenlohn mit der Formel berechnen

Jetzt wird gerechnet. Du brauchst nur einen Taschenrechner oder unseren Stundenlohn-Rechner und die zwei Zahlen aus Schritt 1.

Vier Schritte zur Berechnung des Stundenlohns von Brutto über Wochenstunden bis zur Division.

Die Formel

Um den Stundenlohn aus dem Monatslohn zu berechnen, teilst du das Brutto durch die Monatsstunden. Die ermittelst du, indem du die Wochenstunden mit 4,33 multiplizierst.

Stundenlohn brutto = Bruttomonatslohn ÷ (Wochenstunden × 4,33)

Ein Monat hat im Schnitt 4,33 Wochen, nicht vier.

Wer nur mit vier Wochen rechnet, überschätzt seinen Lohn deutlich. Bei 3.000 Euro und 40 Stunden kämen 18,75 statt 17,32 Euro heraus.

Drei Rechenbeispiele

Fall Brutto/Monat Wochenstunden Stundenlohn brutto
Vollzeit 3.000 € 40 17,32 €
Teilzeit 2.000 € 25 18,48 €
Mehrarbeit 3.000 € 45 15,40 €

Rechne bei Mehrarbeit mit den tatsächlichen Stunden, dann siehst du den echten Wert. Der Cent Unterschied zur Kurzformel oben ist reine Rundung.

Schritt 3. Monatslohn aus dem Stundenlohn berechnen

Manchmal kennst du nur den Stundenlohn, etwa bei einem Nebenjob oder einem Angebot, das pro Stunde bezahlt wird. Dann drehst du die Formel einfach um und siehst, was am Monatsende brutto herauskommt.

Die Formel für den Monatslohn

Um den Monatslohn aus dem Stundenlohn zu berechnen, multiplizierst du den Stundenlohn mit den Wochenstunden und dem Faktor 4,33. Das Ergebnis ist dein Bruttomonatslohn, also der Betrag vor Abzügen.

Bruttomonatslohn = Stundenlohn × Wochenstunden × 4,33

Stundenlohn mal Wochenstunden mal 4,33 ergibt den Bruttomonatslohn.

Beispiele zum Nachrechnen

Stundenlohn Wochenstunden Monatslohn brutto
15,00 € 40 2.598,00 €
14,00 € 20 1.212,40 €
13,90 € 40 2.407,48 €

Beachte die letzte Zeile: Sie zeigt den Mindestlohn bei Vollzeit. Wer bei 40 Wochenstunden weniger als rund 2.407 Euro brutto bekommt, sollte genauer hinschauen. Schwanken deine Stunden von Woche zu Woche, nimmst du den Durchschnitt der letzten Monate, sonst passt das Ergebnis nicht zu deiner Abrechnung.

Schritt 4. Ergebnis mit dem Mindestlohn vergleichen

So machst du die Gegenprobe

Eine Waage hält links einen Münzstapel und rechts eine Stoppuhr, daneben liegt ein Lineal.

Vergleiche deinen berechneten Wert mit der gesetzlichen Untergrenze. Sie liegt aktuell bei 13,90 Euro brutto pro Stunde und steigt zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro. Unser Stundenlohn-Rechner zeigt diesen Vergleich automatisch an.

Dein Stundenlohn muss mindestens den Mindestlohn erreichen, egal wie hoch das Monatsgehalt klingt.

Mindestmonatslohn nach Wochenstunden

Wochenstunden Mindestens brutto pro Monat
20 1.203,74 €
30 1.805,61 €
40 2.407,48 €

Diese Werte beruhen auf 13,90 Euro und dem Faktor 4,33. Liegt dein Bruttomonatslohn darunter, prüfe zuerst, ob du die richtigen Stunden angesetzt hast.

Wenn dein Wert darunter liegt

Rechne zunächst mit den tatsächlich geleisteten Stunden nach. Bleibt der Wert unter dem Mindestlohn, sprich mit deinem Arbeitgeber und halte deine Arbeitszeiten schriftlich fest.

Ausnahmen gibt es, etwa für Auszubildende. Für sie gilt die Mindestausbildungsvergütung statt des Mindestlohns. Bei Streit holst du dir Rat bei einer Gewerkschaft oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Den eigenen Stundenlohn im Blick behalten

Wer seinen Stundenlohn berechnen kann, weiß, was die eigene Arbeitszeit wert ist. Die Formel ist kurz: Bruttomonatslohn geteilt durch Wochenstunden mal 4,33. Umgekehrt ergibt der Stundenlohn mal Wochenstunden mal 4,33 den Monatslohn. Danach prüfst du, ob dein Wert über dem Mindestlohn liegt.

Rechne am besten nach jeder Gehaltserhöhung, bei jedem neuen Jobangebot und wenn sich deine Arbeitszeit dauerhaft ändert. Auch bei regelmäßigen Überstunden lohnt der Blick auf die tatsächlichen Stunden, denn dort versteckt sich oft der größte Unterschied.

Dein nächster Schritt dauert keine Minute: Gib Gehalt und Wochenstunden in unseren kostenlosen Stundenlohn-Rechner ein. Du erhältst sofort das Ergebnis samt Mindestlohn-Vergleich, und das ohne Registrierung. Wenn du dich nach der Rechnung für einen Jobwechsel entscheidest, kannst du hier gleich dein passendes Kündigungsschreiben als PDF erstellen.